Translate

Donnerstag, 11. April 2013

Concert and a Fire


090313: Heute das Konzert! Komischerweise bin ich nicht aufgeregt. Ich muss um sieben aufstehen, weil wir um neun nochmal eine Probe haben. Als ich bei Rhenish ankomme wartet schon der Bus auf uns. Es sind nicht gerade viele Leute im Bus, weswegen wir nur einen von den zwei bestellten Bussen brauchen. Wir fahren los und kommen nach ca. einer halben Stunde bei Spier(einem Weingut)an. Nachdem wir eine halbe Stunde oder so geprobt haben, haben wir erst mal sehr lange Freizeit, weil die Band einen Soundcheck mit den Solisten machen müssen.
Als wir endlich reingelassen werden proben wir gerade einmal eine Stunde, dann fahren wir mit den Bussen wieder heim.
Wir fahren mit dem Bus um sechs wieder zu Spier. Alle in Schuluniform. Wir machen noch einen Soundcheck und werden dann in eine Ecke gebracht, wo wir warten sollen. Um zehn nach acht stellen wir uns in der Formation auf in der wir auf die Bühne gehen werden. Wir müssen aber noch warten, weil vorne noch ein Interview läuft. Dann geht’s auf die Bühne. Für mich ist erst mal kein Platz- ich muss mich in die erste Reihe stellen.  Ganz schön viele Leute da. Genauer gesagt 800 Leute. Aufgeregt bin ich aber immer noch nicht. Dann geht es los. Es vergeht ziemlich schnell, ein paar Fehler kommen auf aber das fällt zum Glück niemandem auf. Die Solisten sind der Hammer, das Publikum Klasse, und der Chor sowieso einfach Toll! 150 Mädchen und 80 Jungs. Am Abend fahren wir relativ bald wieder zurück, trotzdem sind wir alle glücklich, dass es so gut geklappt hat.

170313: Schon bald noch ein Konzert, das Concert in the Garden. Als ich ankommen sind alle schon am,  dann fängt es an mit dem Chor von Rhenish Primary, dann ein Geigen Duett, Rhenish’s got Talent, Paul Roos‘ (die Jungsschule) got Talent, Brass Trio und die Marimba Band.
Nach einer kurzen Pause kommt dann das Orchester und zum Schluss das Highlight: der Rhenish und PR Mass Chor. Es ist extrem gut! Mit unseren eigenen Solisten klingt es mindestens genauso gut wie bei Amen. Lusi, unser Head Girl singt ein ganz wahnsinniges Solo. Sie ist schwarz und hat einfach eine abartig gute Stimme. Es gibt auch ein paar Jungensolos. Es ist einfach Wahnsinn!

230313: Heute fahre ich nach Kayamandi, einem Township am Rande von Stellenbosch, der ausschließlich von schwarzen und farbigen bewohnt wird. Eigentlich sollte es andersherum sein. Ich werde eine Freundin aus meiner Klasse und ihre Zwillingsschwester besuchen. Es gab vor einer Woche ein riesiges Feuer in Kayamandi, mit zwei Toten und über 800 Häuser werden abgebrannt. Ich möchte es sehen und den Leuten helfen. Ich kaufe vorher noch Nudel und sortiere Klamotten aus, die ich nicht mehr brauche. Warum muss es immer die ärmsten der Armen treffen?
Die beiden Mädchen, Blantinah und Belinah eine Freundin holen mich am Ortseingang ab und wir gehen zu ihrem Haus. Überall sind kleine Shops, es gibt sogar eine Grundschule. Die leben natürlich schon alle in solchen Blechhütten mit nur einem Zimmer. Die meisten haben weder eine Toilette noch fließend Wasser. Auch schlafen tun die Mädchen nicht in ihrem eigenen Haus, sondern in dem von einer Freundin. Aber sie sind immer noch glücklich und lieben es. B&B leben zusammen mit ihrer Mutter. Die Schwester lebt in einem anderen Haus, genau wie die beiden Brüder (übrigens auch Zwillinge). Sie kommen aber oft besuchen, denn sie leben nur zwei, drei Häuser entfernt. Der Vater ist tot.
B&B, die Freundin und ich holen noch eine andere Freundin ab, deren Haus auch abgebrannt ist. Ich gebe ihr die Nudeln und die Klamotten. Dann zeigen mir die Mädchen, wo das Feuer angefangen hat. Es gab zwei Tote und über 4500 Leute ohne Zuhause. Die Leute sind seit einer Woche schwer am wiederaufbauen. Die meisten der öffentlichen Toiletten und auch ein paar Wasserzugänge sind abgebrannt. Es ist schrecklich.
Wir gehen noch zu einer anderen Familie und helfen ihnen Zeug hin und her zu schleppen. Zwischendurch redet uns ein weißer Mann an, der auch aus Deutschland kommt. Er hat hier vor zwölf Jahren einen Kindergarten gegründet und hilft jetzt einer Familie, ihr Haus wieder aufzubauen. Er hat einen ganz schlimmen Akzent.
Nachdem wir etwa eine Stunde geholfen haben, gehen wir wieder nachhause und trinken was. Dann gehen wir in ein Jugendzentrum in der Nähe. Sie haben eine Kirche, einen Chor, sie bieten Sport und andere Aktivitäten an. Sie machen auch mittags nach der Schule essen für die Kinder, die es sich nicht leisten können, eins zu haben. B&B helfen manchmal, indem sie Geschirr abwaschen und so ein Zeugs. Wieder bei B&B habe ich mich dann langsam daran gewöhnt, dass mich alle Leute anstarren, als käme ich vom Mond. Nicht gemein oder so, aber schon verwundert. Sie lächeln aber immer. Es leben zwar auch weiße in Kayamandi, aber die erkennt man. So weiße ich mich sieht man da kaum. Und wenn sind sie meist angeekelt und wollen schnell wieder weg. Viele kleine Kinder rennen an mir vorbei und berühren mich am Arm, fast wie um zu sehen, ob ich auch echt bin. Sie sind ganz fasziniert und mir blüht total das Herz auf. 

ich habe ein neues Wort gelernt: hleka, es bedeutet Liebe in Xhosa. 

xoxo, paula










Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen