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Freitag, 22. März 2013

Hard Work & Good Music


070313: Heute geht’s mal in die Wine Harvest. Um halb sieben morgens gehen Nora und ich zu den Leuten, die heute in die Ernte gehen. Vier schwarze Frauen und ein Mann. Wir machen uns also auf den Weg, es ist noch recht kühl. Nach fünf Minuten Fahrt, auf denen wir noch zwei weitere Frauen einfangen kommen wir bei den Reben an. Es sind noch ca. 20 andere Leute da. Das Ding, ich bin die einzige weiße. Und das einzige „Kind“. Aber kein Problem. Nach kurzer Vorstellung nimmt sich jeder einen Korb und los geht’s. Eine Schere und die Trauben abschnibbeln. Ich stelle mich am Anfang relativ blöd an. Und ich bin nicht annähernd so schnell wie der Rest. In Sekundenschnelle sind Körbe um Körbe mit roten, saftigen Trauben gefüllt. Die Frau mit der ich zusammenarbeite hat noch eine weitere Partnerin, also sind wir zu dritt, es geht also noch schneller. Obwohl all diese Leute jeden Tag, manchmal in tierischer Hitze, für wenig Lohn eine niedere Arbeit verrichten müssen sind alle gut drauf, lachen und singen. Es ist ein lautes Gebrummel, alle zwei Minuten schreit jemand „Case“, weil er/sie wieder ein neues Gefäß braucht. Wenn das passiert kommen von allen Seiten Männer, nehmen die vollen Körbe weg und geben einen neuen, leeren Korb mit einem Button drin. Dieser Button ist die Zahlmethode. Es wird also nicht nach Stunde, sondern nach Menge bezahlt. Je härter und schneller Arbeiten, desto mehr Geld.
Nach drei Stunden gibt es die erste Pause. Und die haben wir alle dringend nötig. Ich bin von oben bis unten verdreckt mit Staub, Schweiß und Traubensaft, meine Haare hängen mir irgendwie im Gesicht und meine Finger sind so klebrig, das ich fast zwei Minuten brauche, um sie abzuwaschen. Dann haben alle ihr Frühstück. Jeder bringt sich was mit, wie in der Schule. Alle reden Afrikaans miteinander also schalte ich ein bisschen ab, bis mich die Frau mit der ich arbeite, anspricht. Wir reden ein bisschen darüber, wo wir herkommen und so. Sie will einen Apfel essen, muss ihn aber überall anditschen, weil sie vorne keine Zähne mehr hat.
Nach dem Frühstück geht es direkt weiter. Diesmal mit Merlot Trauben. Schon nach einer Stunde bin ich wieder dermaßen fertig. Und das sieht man mir anscheinend auch an, denn andauernd fragt mich irgendjemand (auf Afrikaans natürlich) ob ich müde bin. Aber auf eine nette Art. Überhaupt sind hier wieder alle total nett. Frauen und Männer von 18-60 oder so.
Gegen halb 12 kommt Victor, Noras Bruder dann vorbei, um mich abzuholen. Klebrig und verschwitzt, aber sehr glücklich fahren wir dann zurück zu Delheim. Harvesting ist eine echt harte Knochenarbeit. Aber es macht auch einfach Spaß.

080313: Nach einer Chorprobe abends gehen Maria, Okara und ich zurück zu Rhenish, wo heute das Konzert der Österreichischen Austauschschüler ist, die im Moment an der Schule sind. Es ist echt super. Das Gymnasium hat zwei Teile. Einen sprachlichen und einen musikalischen. Die Schüler sind natürlich aus dem musikalischen Teil. Sie singen, tanzen und spielen. Von Renaissance über Mozart über Ballett (ein Mädchen tanzt den weißen und den schwarzen Schwan aus Schwanensee) bis hin zu Miles Davis und Volksgesang. Sie singen und spielen auch ihre Volkslieder. Ein Junge am double Bass geht immer richtig ab. Am Ende tanzen und singen sie noch zwei typisch österreichische Lieder. Elias und der Junge vom Bass schreien ab und zu mal unkontrolliert durch die Gegend. Es ist echt lustig.
Sie zeigen auch eine PPP über ihre Schule. Sie bedanken sich bei der Schule und den Hostfamilien mit Schokolade und Rosen und singen am Ende (in Dirndl und Lederhosen) eine afrikanische Hymne. Ein entspannter Abend. 

Ich werde jetzt warscheinlich öfters posten weil ich erstens krank bin also schön zuhause bleiben darf und zehn Tabletten am Tag nehmen darf und ich zweitens nur noch sechs Wochen hier habe und hier trotz Schule und ordentlich vielen Tests immer irgendwas was abgeht. Bis dahin, genießt die Zeit!

xoxo, paula

Mittwoch, 13. März 2013

It is already March!


210213: 4M Today! It’s gonna be amazing! 4M ist eine Sprotveranstaltung zwischen vier Mädchenschulen aus der Gegend.
Als erstes gehen wir ganz normal zur Schule und haben die ersten drei Stunden normalen Unterricht. Dann eine (warum auch immer) 45 minutenlange Pause und nochmal die Cheerleader Songs üben. Dann so gegen 12 setzten wir uns alle in die Busse und fahren Richtung Paarl, wo der Wahnsinn stattfinden soll.
Nach einer Stunde Fahrt kommen wir an. Es warten schon zwei der anderen Schulen auf uns: La Rochelle und die Girls‘ High. Bloemhof kommt zu spät. Schon das lässt sie irgendwie eingebildet wirken. Wir gehen dann in unseren lines ins Stadion rein. Es ist der Hammer! Vier Schulen a 700 Mädchen + Eltern und Staff sitzen nebeneinander (Erst Bloemhof, dann Rhenish, La Rochelle und Paarl Girls‘ High) in einem Stadion, fast größer als das von Potsdam. Wir werden begrüßt, unsere Athleten kommen zusammen mit den Cheerleadern rein, die die jeweilige Schulflagge halten und wir singen unsere Songs. Alle haben ganz coole Songs, bis Bloemhof kommt. Sie singen zwar die Melodien von Chart-Hits, aber dadurch, dass sie auf Afrikaans singen, kann man sie einfach nicht ernst nehmen.
Später singen wir uns ca. sieben Stunden die Stimmbänder raus.  Wir haben zwei Pausen und schicken  die ganze Zeit Hand-Herzen an La Rochelle und sie zu uns. Es ist eine Wahnsinnsstimmung. Rhenish ist zwar immer letzter und am schlechtesten, aber der Spirit Preis geht an uns. Es ist einfach toll zu sehen, was da so abgeht. Bloemhof, die sonst immer gewinnen werden zweite. Und deswegen heulen ein paar von den Mädels. Weeeeird!
Wenigstens gewinnen wir ein paar Tage später das 4M fürs Schwimmen ;)
So gegen neun am Abend kommt noch die Siegerehrung und dann hauen wir so langsam rein.

230213: Weil fünfmal früh aufstehen in der Woche ja noch nicht reicht,  tu ich mir das ganze heute am Samstag noch mal an und stehe um viertel vor sechs auf. Der Grund: Meeting um sieben mit CHAOS (Eine Wander-Society)! Es stellt sich heraus, dass alle Leute erst mal grundsätzlich 15 Minuten zu spät kommen. Als von den 20 angekündigten Leuten alle sechs da sind und wir nicht mehr warten wollen setzten wir uns in den Bus und fahren los. Der Lehrer und seine Frau, Simone (Grade 9), Ciara (die andere deutsche, grade 10), fünf Matrics und ich. Und ein Vater.
Nachdem wir angekommen sind machen wir erst mal ein Foto und schmieren uns ein bisschen Sonnencreme in die Fresse. Dann geht’s los. Eineinhalb Stunden mehr Klettern als wandern. Aber ein unglaublich schöner Weg. Es geht durch leere Flussbetten, Wege auf denen man sich die Beine zerkratzt,  Steile Wände hoch bis hin zu einem Teil der Gegend, die aussieht wie der Regenwald. Ein kleiner Fluss, der oben am Berg mit einem riesigen Wasserfall anfängt, geht fast runter bis ins Tal. Als wir am „Pool“ angekommen sind, haben wir es geschafft. Bis dahin habe ich dem Lehrer, Mr Potgieter schon meine ganze Lebensgeschichte erzählt. So kennt man das ja. Haha.
Wir sind also am Ziel. Ein abartig schöner Wasserfall, ein „Pool“ und ein paar andere Frühaufsteher. Wir ziehen uns alle schnell um und springen aus knapp vier Meter Höhe ins Arschkalte Wasser. Ich gleich zweimal. Nachdem wir etwas gegessen und uns getrocknet haben geht der ganze Weg wieder runter. Das ist, wie beim Tafelberg, fast so anstrengend wie hoch. Nach nochmal eineinhalb Stunden sind wir wieder am Bus und fahren zurück zu Rhenish.