120113: Wir stehen früh auf, denn heute geht es nach Cape
Town. Nach der Fahrt zum Bahnhof kaufen wir zwei Tickets für uns und die
Fahrräder. Als wir am Bahnsteig stehen, bemerken wir, dass wir die einzigen
Weißen sind. Denn die meisten Schwarzen können sich kein Auto leisten. Und hier
fahren alle weißen mit dem Auto. Dann kommt der Zug.
Eine Stunde später stehen wir in Kapstadt am Bahnhof. Wir
fahren erst mal ein bisschen durch die Gegend um uns zu orientieren. Jetzt
geht’s zum Strand! Der Weg dahin ist der Hammer! Der Ausblick auf das Meer
macht Lust auf Baden und Entspannung und Schwimmen. Doch als wir angekommen
sind und ins Wasser hüpfen wollen, lässt uns die Kälte des Wassers
zurückfahren. Gerade einmal 16-17 Grad! Brr! Wir sind aber nicht aus Zucker und
stürzen uns in die Wellen. Es ist schön aber nach vier bis fünf Wellen war’s
das. Jetzt wird erst mal gesonnt. Dann nochmal ins Wasser und umziehen. Da ist
auch schon der erste Sonnenbrand. Weiter geht die Fahrt. Nach einer Stunde (!)
Bergauf (!!!!) ist der Ausblick Wahnsinn! Wir stehen auf einem Berg und schauen
auf den weißen Strand und das türkis-blaue Meer und den Horizont hinaus. Der
Hammer!
Dann geht das ganze runter. Der Fahrtwind ist Klasse, aber
man muss wieder bremsen, denn es geht jetzt auch dem entsprechend steil runter.
Unten angekommen geht’s gleich weiter zum Bahnhof, wo wir rausfinden müssen,
dass der letzte Zug nach Stellenbosch vor einer halben Stunde abgefahren ist. Wir
müssen einen anderen Zug nehmen, der zumindest in unsere Richtung fährt. In
Kraaifontein, was ungefähr 15 Kilometer von Stellenbosch liegt, angekommen
zeigt uns ein sehr freundlicher Polizist mit einer ein-mann Eskorte ein Stück
den Weg. Wir fahren durch eine eher ärmliche Gegend und ich bin froh als wir
auf einer Landstraße ohne Häuser fahren. Doch jetzt wird es langsam dunkel. Wir
müssen uns beeilen. Wir fahren an Weingütern und Weinbergen vorbei und der
Sonnenuntergang ist wunderschön. Die letzten 7 Kilometer fahren wir im Dunkeln…
160113: Gestern war der erste Schultermin. Heißt
Schuluniform gekauft, Angemeldet, Führung durch das Gelände, zwei Schulhäuser
mit zugeteilten Fachräumen, eine Vertrauenslehrerin, der Hausmeister, saubere
(!) Klos, das Hostel, die Sportplätze,…
Heute war der erste richtige Schultag. Als erstes
wurden alle Schüler in der Hall begrüßt und in Klassen zugewiesen. Dann haben
ein paar Lehrer ansprachen gehalten und die Schulhymne wurde gesungen. Es wurde
gebetet. Dann sind wir in unsere Klassen gegangen. Ich sitze neben einem
Mädchen, das Bianca heißt und noch nie Schnee gesehen hat. Wir sind 27 Mädchen,
und nur sechs von ihnen sind schwarz. Der Rest sind Asiaten und Deutsche. Die
Lehrerin belehrt uns, checkt unsere Schuluniform, und teilt Bücher aus. Es ist
eine sehr strenge Schule. Mit Schuluniform, jeden Morgen beten, Handy-,
Schmuck-, und Schminkverbot. Um viertel nach zwei hört die Schule auf...Bald gibts neues :)
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